Warum stürzt die Seele vom höchsten Gipfel in den tiefsten Abgrund? – Weil nur die gestürzte Seele aufsteigen kann. Denn wir sind Reisende in einer Welt des Scheins; kennen die Wege nicht, auf denen wir gehen, wir wissen nicht, wohin sie führen. Wir suchen, was nicht zu finden ist. Wir bestimmen und bleiben Bestimmte. Wir Menschen sind träumende …

(nach Salomon Anski „Der Dybuk“)

Schon während meiner klassischen Malereiausbildung wurde ich inspiriert und beeinflusst von Surrealismus: der Welt, in der Dinge in ihrer eigenen Dimension und Form existieren – teilweise verändert in Farbe oder verzerrt, erfüllen aber eine andere Funktion oder haben gleichzeitig einen anderen nicht realen Inhalt (eine zweite Seele so zu sagen,) agieren selbständig und bewirken unerwartete Dinge und Prozesse. Es ist die Traumwelt, in der alles möglich ist und dennoch normal erscheint – diese Möglichkeit, das Unsichtbare sichtbar zu machen, hat meine Malerei geprägt.

Daraus entstand später die Umwandlung der realen Darstellung in die teilweise abstrakte – eine Verbindung meiner expressiven Malerei mit Sürrealen Welten. Ich male eine Welt der Emotionen, unkontrollierter / unbewußter Gedanken, ungebändigter Farben. Es ist die Welt, in der die klassischen Formen unwesentlich sind und sich stets verändern, bis sie in ihrem Äußeren nicht mit dem Erwarteten assoziiert werden können. Die Gefühle, Empfindungen und Eindrücke hingegen bekommen eine Gestalt, werden personifiziert.

Ölmalerei

Raum und Zeit existieren nicht, alles geschieht im Jetzt oder ist eine Erinnerung an die Zukunft. Ich denke an gegenständliche Objekte, abstrahiere sie, bis sie in den Fluss der Farben und Strukturen passen und somit in der Summe das Gesamte nicht unbedingt bestimmen (oder im Ganzen nicht bestimmend wirken). Mein Ziel ist die ganzheitliche Wirkung der Farben, Strukturen und der Personen/bzw. Gegenstände in einen Fluss der Bewegung zu bringen.

Die extremen Körperformen und Farben dienen als besonderer Ausdruck menschlicher Empfindungen, als Ausdruck der subjektiven Wahrnehmungen der dargestellten Personen, sowie als Darstellung der personifizierten Gefühle, Prozesse und Zustände.

Ich versuche das Versteckte sichtbar zu machen. Unwichtig sind dabei die klassischen Regeln, jede Schönheit kann innerlich hässlich sein, so wie das Hässliche attraktiv im Inneren. Perfektion als ein statischer Zustand ist nicht gleich Schönheit. Schönheit ist eher ein Prozess, in dem Gleichgewicht zwischen zwei entgegengesetzten Polen entsteht.

Ölmalerei

Ich sehe die Welt aus anderen Perspektiven und versuche durch meine Bilder bestimmte Empfindungen mitzuteilen und daran angelehnte Emotionen im Betrachter hervorrufen. Das Bild ist ein Auslöser für Assoziationen und Empfindungen. Es entsteht ein fühlender Kontakt im Gegensatz zum analytischen.

Durch Eindrücke, Gespräche, Begegnungen oder Gedankenprozesse entstehen in mir die Themen, die eine Zeit lang in mir gären, bis ich die Bilder vor meinem inneren Auge sehe. Oft verändern sich die Farben und Strukturen im Prozess des Malens. Das geschieht intuitiv: in diesen Momenten fühle ich das, was ich male. Ich begebe mich auf die Ebene des Unbewussten und lasse meinen inneren Künstler mich führen und die Entscheidungen treffen. Es entsteht eine tiefe emotionale Beziehung mit dem Bild. Es ist wichtig für mich die Verbindung dieser emotionalen Realität mit Farbe und Textur in Harmonie zu bringen, die Farbe sinnlinch zu benutzen, das Ganze selbständig leben zu lassen in der Zweidimensionalität der Leinwand. Dieses Gefühl möchte ich dem Betrachter vermitteln und in dem Betrachter hervorrufen.

Ölmalerei